Dienstag, 28. März 2017

Think Pink!




Als der März noch nicht so schön frühlingshaft war wie jetzt und die Gemüter und Farben noch einige Nuancen düsterer waren, sorgte Selmin von Tweed & Greet mit Ihrer Ankündigung, dass Pink die Monatsfarbe für die 12 Colours of Handmade Fashion sei, mit einem Mal für gute Laune. Also zumindest bei mir *grins*.



Dummerweise fiel mir dann wieder ein, dass ich ja dieses Jahr Stoff faste, was eine Stoff-Neuanschaffung leider ausschloss. Die bereits vorhandenen Stoffe aus dieser Farbfamilie waren mir entweder zu kindlich oder zu sommerlich und so stelle ich Euch heute eine Frau Aiko vor, die ich – zugegeben – schon letzten Sommer genäht habe. Der Stoff ist 100% Leinen, das mit neonpinken Linien durchwebt ist, die große Karos bilden.



Dieser wunderbare Stoff ist eine Eigenproduktion von Purl SOHO, einem kleinen aber feinen Laden in SoHo, New York, auf dessen Seite es immer wieder wunderbare Näh- und Strickinspirationen und –anleitungen gibt. Der Stoff war schon einige Zeit auf dem Markt, als wir vor knapp zwei Jahren die amerikanische Ostküste bereisten und am letzten Tag noch eine Stippvisite im Big Apple machten. Ich war so neugierig auf Purl SOHO, dass ich es kurzerhand zum Sightseeing-Highlight erklärte, was einen Besuch dort quasi zwingend erforderlich machte.



Obwohl mein Koffer schon mehr als sehr voll war *räusper* konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir einen Yard dieses Linen Grid.
Ein Yard sind gerade mal 90 cm, und so musste ich etwas fummeln und schummeln, um daraus eine Frau Aiko zu machen. Die Taschen sind daher etwas kleiner und der Beleg und der Saum etwas schmaler als vorgesehen.



Die Bluse ist so locker und luftig und damit an heißen Sommertagen einfach perfekt. Und so sehr ich Pink liebe – wenn ich ehrlich bin, mag ich damit am liebsten Akzente setzen. Ich trage nur selten grelle Farben und bin daher froh, dass diese Frau Aiko auf den ersten Blick eher schlicht daher kommt und sich ihr ausgefallenes Muster erst auf den zweiten Blick offenbart.

Ich wünsche Euch einen schönen Frühlingsanfang!

Liebe Grüße

Caro


Schnittmuster: Frau Aiko von Fritzi Schnittreif
Stoff: Linen Grid von Purl SOHO



Dienstag, 14. März 2017

Dinomania




Ich freu mich. Mein Kind hat eine Jacke, die es liebt. Wie oft hatten wir morgens - unter Zeitdruck versteht sich - die Diskussion, welche Jacke angezogen wird. Natürlich am liebsten immer die, die entweder zu dünn, zu dick oder zu klein war. Seit die Dinosaurier-Jacke einen Platz an der Garderobe hat, gehört diese Diskussion der Vergangenheit an - zumindest vorerst. Momentan ist meine Kleine noch ganz begeistert von den bunten Farben, den Taschen und eben diesen niedlichen Dinos. 




Das Schnittmuster der Herbstjacke #38 von Lillesol & Pelle lag eigentlich schon seit dem, nun ja, Herbst auf meinem Rechner aber erst als der Winter vor ein paar Wochen anfing zu schwächeln, habe ich das Projekt umgesetzt. Es handelt sich also eigentlich um eine Frühlingsjacke #38.




Den schicken Dino-Softshell und das Futter aus Baumwoll-Fleece habe ich bei Alles für Selbermacher gekauft. Der Rest ist von Frau Tulpe. Ich mag die Farben sehr weil sie mädchenhaft sind, ohne kitschig zu wirken. Und nicht nur deshalb: wenn meine Kleine diese Jacke trägt, sehe ich sie überall sofort. Seit wir mal mit einer orangefarbenen Latzhose sonntags im überfüllten Aquarium unterwegs waren, weiß ich leuchtende Farben wirklich sehr zu schätzen. Einen kleinen Textmarker auf zwei Beinen verliert man nie aus den Augen!




Die Nähanleitung ist sehr gut verständlich und ließ sich daher super umsetzen. Ich habe nur den Knoten der Gummikordel schon beim Zusammennähen des Kordeltunnels in eben diesem versteckt, so dass man jetzt nur zwei schöne Schlaufen von außen sieht und der hässliche Knoten unsichtbar bleibt. Ansonsten habe ich mich an die Anleitung gehalten.
Ein paar Tipps zum Umgang mit Softshell habe ich mir zu Beginn des Projekts bei Farbenmix geholt. Danke dafür! :)




Die Jacke hält schon warm und hat den Schneeanzug weitestgehend ersetzt, seit die Temperaturen wieder über die Null-Grad-Grenze gestiegen sind.

Wie man auf den Fotos sehen kann, ist die Jacke an den Armen und am Saum noch ein bisschen lang, daher lehne ich mich jetzt mit Blick auf den nächsten Herbst erstmal ganz entspannt zurück.

Alles Liebe und bis bald

Caro

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Dienstag, 28. Februar 2017


Karneval im Aquarium!




Um es gleich vorweg zu nehmen: nach vielen schönen Jahren in Köln bin ich ziemlich jeck. Ich weiß noch wie ich als nicht-Rheinländerin,während meines ersten Karnevals in Köln an Weiberfastnacht noch dachte, das sei eh nix für mich, Freitags feststellte, dass Karneval in Köln unvermeidlich ist, Samstags merkte, dass ich wirklich etwas verpasste, Sonntags mit meiner besten Freundin noch schnell ein Kostüm zusammentackerte, um schließlich mit ihr zusammen am Rosenmontag als Dom verkleidet den Zoch zu bejubeln und kiloweise Kamelle und Strüßjer zu sammeln. Seitdem ist es um mich geschehen. Karneval ist eines meiner Highlights in jedem Jahr und am liebsten würde ich dann einfach sechs Tage am Stück verkleidet durchschunkeln. Das mag für alle nicht-Jecken etwas verrückt klingen, nach Kölner Maßstäben liege ich mit dieser Leidenschaft für die fünfte Jahreszeit allerdings eindeutig innerhalb der Normkurve.





Inzwischen leben wir in Berlin und obwohl Karneval hier eher eine Randerscheinung ist, hat meine Tochter als echte Kölsche meiner Meinung nach ein angeborenes Recht auf ein schickes Kostüm. Dieses Jahr wollte sie gerne als „roter Walfisch“ gehen (also quasi als KarneWal – tätää tätää tätäää!). Da rote Walfische in der freien Natur eher selten sind, habe ich mich beim Kostümentwurf am kleinen Cousin des Wals, dem Goldfisch, orientiert.





Als Basis dafür habe ich einen „Minimalist Dress“ nach dem Schnittmuster von Brindille & Twig aus rotem Sweat genäht und dieses dann mit Schuppen aus Chiffon in drei verschiedenen Rottönen bestückt. Die Idee dazu habe ich bei Dörthe von ars textura entdeckt. Um das Ganze etwas abzukürzen, habe ich immer drei Lagen Chiffon aufeinander genäht, wie eine Ziehharmonika gefaltet und dann mithilfe einer Schablone ausgeschnitten. Die Rücken- und Schwanzflossen habe ich mit Chiffon überzogen und zusätzlich mit einer Vlieseinlage verstärkt. Darauf habe ich dann Steppnähte gesetzt, damit es etwas flossenartiger aussieht. Auf dem Kopf trägt meine Kleine die Käfermütze von Fadenkäfer (ohne Futter) mit aufgebügelten Fischaugen.





Meine eigenen Kostüme sind übrigens immer weniger aufwändig, aber ich bin ja auch keine echte Kölnerin. Dieses Jahr habe ich mir nur eine Kleinigkeit genäht. Wenn Ihr Lust habt, klickt mal zu Instagram rüber und schaut, ob Ihr mein Kostüm erratet. :)





Das Kleid ist übrigens auch ohne Schuppen entzückend und steht schon länger auf meiner „to-sew-Liste“. Eine nicht-jecke Version folgt bestimmt bald!

Liebe Grüße und Alaaf!

Caro



P.S.: Eine kleine Schlussbemerkung zum Thema Chiffon. Die Fasern fleddern recht leicht aus, trotz rundem Zuschnitt. Wer also ein Fischkostüm für die Ewigkeit möchte, sollte die Ränder versäubern.  

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Dienstagsdinge
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